Anzahlung?

Anzahlungen für Studio- oder Hoteltermine –
ein immer wiederkehrendes Diskussionsthema

Bei potentiellen Gästen sind sie überhaupt nicht beliebt, weil sie befürchten, über den Tisch gezogen zu werden. Der Domina oder anderen Dienstleister*in machen sie durchaus auch mal Schwierigkeiten, weil sie ständig erklären muss, wieso sie überhaupt eine Anzahlung erwartet.

Ich versuche hier mal zu verdeutlichen, warum ich eine Anzahlung für Termine möchte.

Anzahlungen sind aus folgenden Gründen eine Sicherheit für mich:

Ich bin nicht grundsätzlich vor Ort im Studio und warte, bis jemand vorbei kommt. Das war vor der Pandemie an bestimmten Tagen der Fall, mittlerweile miete ich mich ausschließlich auf Termin im Studio ein. Wenn Du den vereinbarten Termin nicht wahrnimmst, bin ich unter Umständen völlig umsonst mehr als eine Stunde durch die Gegend gefahren (eine Tour, versteht sich) und habe das Geld für mein Bahnticket, also knappe 20€, zum Fenster heraus geworfen. Passiert das mehrfach, summiert sich das.

Wie oben erwähnt, miete ich mich in Studio ein. Ich sage rechtzeitig Bescheid, wann ich einen Raum brauche und auch welchen (zb Klinik, Friseursalon oder Latexzimmer) und lasse ihn reservieren. Für den selben Zeitraum, kann also die Vermieterin den Raum nicht an eine andere Person vermieten. Wenn Du nicht zum vereinbarten Termin kommst, ist das nicht nur für mich ärgerlich, sondern auch für Kolleg*innen, die den Raum eventuell hätten belegen können und auch für die Vermieterin. Das ganze potenziert sich natürlich noch, wenn der Termin über zwei oder mehr Stunden vereinbart war.

Ich bereite mich auf den vereinbarten Termin vor. Da ich nicht dauerhaft im Studio bin, habe ich natürlich den größten Teil meiner Kleidung und meines Schuhwerks bei mir Zuhause. Für eine komplette Ledersession mit 30-Loch Stiefeln und Mantel, schleppe ich also nur für Dich eine Tasche Equipment ins Studio. Das wird sich vermutlich nach der Pandemie wieder ändern, zur Zeit ist es aber einfach der status quo. Tauchst Du nicht auf, ärgere ich mich über die unnötige Schlepperei.

Möglicherweise besorge ich auch noch Material (Mehr Nadeln, neue Nylons, einen ganz bestimmten Nagellack oder Lippenstift, so ziemlich alles, was nicht grundsätzlich im Fundus ist), um Deine Phantasie so gut wie möglich umzusetzen. Das heißt, ich habe erst einmal Ausgaben. Die möchte ich gerne wieder drin haben, ist vermutlich logisch, oder? Ohne Anzahlung werden keine Sonderwünsche erfüllt.

Wenn ich mich in einem Studio als Gastlady einmiete, dann zahle ich mit großer Wahrscheinlichkeit eine Tages- oder Wochenmiete vorab. Ob ich mich in einer bestimmten Stadt oder einer bestimmten Location einmiete, hängt von der Anzahl der Anfragen und vereinbarten Sessions ab. Wenn ich zb für ein Wochenende in Hamburg 10 Sessions vereinbart habe, mich dafür an 2 Tagen in einem Studio einmiete und die Hälfte der Dates findet nicht statt, weil der potentielle Gast nicht aufkreuzt, ist das überaus frustrierend. Und teuer.

Wenn wir einen Termin im Hotel vereinbaren, möchte ich grundsätzlich vermeiden, dass ich hin fahre, an der Rezeption stehe und man mir sagt, dass die Person kein Zimmer gebucht hat, oder ähnliche Scherze.

Das sind alles meine persönlichen Gründe, um eine Anzahlung zu verlangen. Die Erfahrung zeigt, dass Gäste ziemlich zuverlässig auch zum Termin kommen, wenn sie dafür schon eine Anzahlung geleistet haben.

„Aber woher weiß ich, dass ich nicht über den Tisch gezogen werde?!“

Das kommt darauf an mit wem Du es zu tun hast, und über welche Kontaktwege Du mit jemandem kommunizierst. Ist es ein Portal mit hoher Fluktuation oder sind es Kleinanzeigen bei denen Du allenfalls über die Nachrichtenfunktion oder eine Handynummer Absprachen triffst, ja, dann kann es auch passieren, dass Du an Fakes oder Betrüger*innen gerätst, das will ich nicht komplett unter den Tisch fallen lassen.

Bei mir sieht die Situation ein kleines bisschen anders aus. Ich habe meine eigene Homepage mit einem Impressum. Ich bin ebenfalls auf der Homepage des Studios vertreten, in dem ich regelmäßig Termine wahrnehme, und dessen Adresse im Internet steht.

Dazu bin ich auch im Vorstand des BesD, des Berufsverband für erotische und sexuelle Dienstleistungen e. V. und auch da auf der Homepage zu finden.

Abgesehen davon, dass es mir nicht einfallen würde, jemanden zu betrügen, könnte ich es mir auch schlicht nicht leisten, das zu tun. Ich bin nicht unauffindbar, sondern sehr gut über viele Wege zu erreichen.

„Aber was ist, wenn ich den Termin nicht wahrnehme? Muss ich dann auf meine Anzahlung verzichten?“

Das kommt darauf an. Ich biete zur Zeit zwei Möglichkeiten für Anzahlungen: Eine bestimmte Sorte Gutschein und eine Überweisung. Eine Anzahlung via Gutschein ist von der Rückerstattung ausgeschlossen.

Solltest Du unseren Termin verschieben müssen, bleibt die Anzahlung selbstverständlich bestehen. Kommst Du ohne rechtzeitige Absage einfach nicht zum Termin, behalte ich die Anzahlung als Aufwandsentschädigung für die blockierte Zeit und Anfahrt.

Entscheidest Du Dich um, möchtest oder kannst keinen Termin mehr wahrnehmen und hast überwiesen, werde ich die Anzahlung einfach zurück überweisen.

Selbstverständlich erstatte ich eine Überweisungsanzahlung ebenfalls, wenn ich verhindert sein sollte und einen Termin absagen muss. Eine Gutscheinanzahlung kann nicht erstattet werden, bleibt aber natürlich bestehen und verfällt nicht.

Und wie viel muss ich denn anzahlen?

Das ist abhängig von der Dauer der Session und ob Du im Studio oder Hotel einen Termin vereinbaren möchtest.

Im Studio: 20€ für Sessions von einer Stunde
50€ für Sessions ab zwei Stunden
100€ für Sessions ab vier Stunden
Ein Drittel des Honorars bei Langzeiterziehung

Im Hotel: 100€ für alle Termine ab zwei Stunden
Ein Drittel des Honorars bei Langzeiterziehung oder Overnight.

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