Trampling

Trampling, was ist das eigentlich? Es bezeichnet eine Praktik, in der der aktive Part auf dem Körper eines Passiven mit einem oder beiden Füßen steht oder geht. Wahlweise mit bloßen oder in Nylons verpackten Füßen, groben Stiefeln, High Heels oder anderem Schuhwerk – das ist eine Frage der persönlichen Präferenz.

Trampling kann als Selbstzweck, oder um zu verdeutlichen wer hier der Bettvorleger oder die Fußmatte ist, in ein Spiel eingebunden werden. Was kann deutlicher ein Machtgefälle hervorheben, als eine Situation in der jemand auf dem Spielzeug herumgeht?

Man kann eine Trampling-Session sanft und vorsichtig oder schmerzhaft gestalten, sie mit CBT oder einem ausgeprägten Fuß- oder Schuhfetisch verbinden – es gibt jede Menge Möglichkeiten daraus eine prickelnde Erfahrung zu machen – sowohl für absolute Anfänger als auch Trampling-Profis.

Stell Dir einmal vor wie es wäre so da zu liegen, ganz nackt und ausgeliefert, darauf wartend, was mit Dir angestellt wird. Wie ein nackter Fuß beginnt Deinen Körper zu erkunden – rauf und runter, sanft streichelnd, ein bisschen mit den Zehen kitzelnd. Wie wird es sein, wenn zuerst mit einem, dann mit dem anderen Fuß auf Dich gestiegen wird? Wenn Du den Druck des Körpergewichtes auf Dir spürst? Was könnte alles passieren? Wohin wandert der Fuß?

Ich kann jedem neugierigen Menschen empfehlen einmal eine Trampling-Session zu versuchen. Mir als dominanter Frau machen sie immer ausgesprochen viel Spaß!

Barrierefreiheit – da ist noch Luft nach oben!

Es ist mal wieder an der Zeit, einen Blogpost zu schreiben, daran wurde ich in den letzten Wochen immer mal wieder erinnert. Nun, hier ist er. Und ein recht persönlicher noch dazu. 

Schon geraume Zeit folge ich auf Twitter einem Account, der Tweets zu den Themen Sexarbeit aus Kundensicht, Behinderung und trans Sein schreibt, und wir haben über die Wochen und Monate eine schöne Online-Bekanntschaft entwickelt. Wenn zu spüren war, dass mir die Zeit während meines Arbeitsverbotes immer schwerer fiel, kam hin und wieder ein kleines aufmunterndes Video, eine positive Nachricht, eine Versicherung, dass alles besser wird, ein frecher Scherz. Umgekehrt durfte auch ich schon ein paar Mal aufmuntern, ein Geburtstagsständchen singen usw.

Nun war es gestern endlich so weit, der kleine Werwolf (seinen Blog findet ihr hier: https://kleinerwerwolf81.blogspot.com) und ich haben uns in Hamburg zum Kaffee getroffen und über viele Themen gesprochen. Aber bis dahin gab es buchstäblich einige Hürden zu bewältigen. Ihr müsst wissen, der kleine Werwolf ist Rollstuhlfahrer, und wie ich schon bei der Suche nach einem passenden Café oder Restaurant feststellen konnte, ist Hamburg alles andere als barrierefrei.

Da ich nicht in Hamburg lebe, sondern nur in regelmäßigen Abständen aus privaten Gründen aber auch zum Arbeiten herkomme, kenne ich nicht besonders viele Lokale und als Mensch ohne Behinderung oder Einschränkung habe ich mich bis dato auch nicht intensiv damit beschäftigt, mir über die allgemeine Barrierefreiheit dieser Stadt Gedanken zu machen. Das hat sich diese Woche geändert und was ich da so erfahren habe, hat mich wirklich sehr überrascht und frustriert.

Ich habe gegoogelt, Freunde befragt, https://wheelmap.org/search konsultiert und einen Aufruf mit der Bitte um Tips und Empfehlungen auf Twitter gestartet. Vieles davon war hilfreich, informativ, aber vor allem eben: frustrierend. Wir Menschen, die nicht auf einen Rollstuhl angewiesen sind, nehmen vielleicht ein Restaurant als vermeintlich barrierefrei wahr, wenn man in der Außengastronomie gut sitzen, ohne Stufen in das Lokal kommen oder aufgrund von genug Platz auch in den Gasträumen selbst, ohne überall anzustoßen, einen Rollstuhl manövrieren kann, aber wisst ihr was? Das alleine reicht halt nicht! In unglaublich vielen Cafés und Restaurants ist die Toilette nicht für Menschen im Rollstuhl oder mit Gehbehinderung zu erreichen. In vielen der alten Häuser führen enge, steile oder verwinkelte Treppen in den Keller, wo die Toiletten sind. Aufzüge? Fehlanzeige! 

Da ich den kleinen Werwolf nicht auch noch mit öffentlichen Verkehrsmitteln durch die Stadt quälen wollte, habe ich in einem begrenzten Radius um den Hamburger Hauptbahnhof gesucht und nicht gerade viele Möglichkeiten gefunden. Selbst was als „barrierefrei“ im Internet stand, entpuppte sich bei einem kurzen Anruf als „barrierefrei, aber pinkeln müssen Sie bitte woanders, wenn sie im Rollstuhl sitzen“. Nun, langer Rede, kurzer Sinn – wir haben schlussendlich einfach irgendein Lokal mit Außengastronomie gewählt und mussten uns damit abfinden, dass er im Zweifelsfall im Hauptbahnhof zur Toilette muss.

Bis wir aber dahin gekommen sind, gab es einen weiteren Aha!-Effekt für mich. Wir hatten uns darauf geeinigt, dass ich ihn am Bahnhof abhole und ich bin die für mich übliche Route zum Bahnhof gegangen. Dabei ist mir zum ersten Mal aufgefallen, dass wir zusammen wahrscheinlich nicht so einfach die Straße mit den Mittelinseln überqueren können, wie ich es immer – selbst in High Heels – mache und ich habe die Zeit genutzt, mich umzusehen, wo denn die nächste Fußgängerampel ist und mir Gedanken zu machen, warum das eigentlich so oder „Fußgängerüberweg“ heißt. Inklusiv sind diese Begriffe nun auch nicht gerade.

Wie dem auch sei, wir haben uns mit ein paar Umwegen und Sprachnachrichten am Bahnhof gefunden und auf den Weg zu einem Café gemacht. Direkt die nächste Erkenntnis: auch gut gemeinte kleine Rampen können zu steil sein und überhaupt – warum ist hier eigentlich ein Mix aus Kopfsteinpflaster, Platten, unebenen Schwellen? Wer hat sich denn die Sch… ausgedacht? Und warum zum Teufel stellen die Leute diese E-Roller überall in den Weg?

Endlich im Lokal angekommen, konnten wir uns in aller Ruhe unterhalten. Neben Themen, die Menschen mit Behinderungen betreffen und beschäftigen (und uns able-bodied Menschen dringend beschäftigen sollten!) kamen auch persönliche Erfahrungen und Erkenntnisse zu Bereichen BDSM und trans Sein zur Sprache. Vielleicht schreibe ich dazu noch einen separaten Blogpost, denn auch hier habe ich als cis Frau von Problematiken gehört, die mir völlig fremd sind.

Ich habe erfahren, dass  dem kleinen Werwolf öfter das Vorurteil entgegen kommt, dass der (Zitat!) „kleine Behindi“ ja viele Dinge nicht machen kann, dass er behandelt wird wie ein unmündiges Kind und auch, dass ihm ganz offensichtlich – bewusst oder unbewusst – abgesprochen wird, selbstbestimmt Entscheidungen treffen zu können. Ich muss sagen, das hat mich schon sehr schockiert, immerhin habe ich da am Tisch mit einem Mann Ende dreißig und nicht mit einem unmündigen Kind gesessen! Als Domina von Beruf und Domme im Privatleben hat mich natürlich auch speziell interessiert, wie er mit seiner Behinderung im BDSM-Kontext umgeht und was er sich da wünscht. Eine Sache fand ich sehr spannend:

Der kleine Flauschknubbel hat eine besondere Vorliebe für Stiefel und liebt es, diese zu putzen. Er würde gerne mal an einer SM-Party diesen Service anbieten, ist sich aber (aus Erfahrung begründet) bewusst, dass das niemand oder wirklich nur sehr wenige Menschen annehmen würden, denn – da ist es wieder – den „armen Behindi“ kann man doch nicht so ausnutzen! Um ehrlich zu sein, da konnte ich nur den Kopf schütteln. Ich selbst habe bis dato auch wenig Einblick in ein Leben mit Behinderung gehabt. Zwar schlage ich mich persönlich mit Fibromyalgie und Sjögren-Syndrom, beides beizeiten einschränkende Erkrankungen, rum, und mein Mann ist auf einem Ohr stocktaub, hat eine halbseitige Gesichtslähmung und Morbus Bechterew, aber so wirklich massiv schränken uns diese Umstände zur Zeit nicht ein. Zumindest mir sieht man auch einfach nichts an. 

Nichtsdestotrotz ist mir bisher nie der Gedanke gekommen, dass man einen Menschen im Rollstuhl oder mit einer anderen Behinderung als unmündig behandeln kann. Nochmal – wir haben es da mit erwachsenen Menschen zu tun. Auf Rädern durch die Gegend zu flitzen, blind zu sein, nichts zu hören usw – das macht Menschen nicht langsam, begriffsstutzig oder hilflos! Da der kleine Werwolf einen ausgeprägten Sinn für Humor hat, haben wir auch Witze gerissen und ich meinte einfach, er solle ein Schild daneben stellen mit der Aufschrift „Ja, ich will das. Ja, ich kann meine eigenen Entscheidungen treffen, ich bin erwachsen und jetzt her mit den Stiefeln!“

Trotz Humor und Ironie sind bei mir schon Gefühle hängen geblieben, die ich erst später einordnen konnte. Frustration und Wut. Darüber, dass man es Menschen gewollt oder ungewollt schwer macht, vollständiger Teil unserer Gesellschaft und unserer Gemeinschaften zu sein. Diese Menschen sind vollständig. Gut, hier und da fehlt vielleicht mal ein Teil, eine Körperfunktion, an die wir Menschen ohne Behinderungen uns gewöhnt haben, aber das macht sie doch als Personen und Persönlichkeiten nicht „nur halb“, nicht unmündig, nicht hilflos.

Ein weiterer Punkt, der zur Sprache kam war, dass Menschen mit Behinderungen deutlich öfter übergriffigem Verhalten ausgesetzt werden. Unabhängig davon, dass solche Übergriffe gut gemeint sein können: Einen blinden Menschen einfach am Arm zu packen und „ich helfe ihnen mal über die Straße, gell“ zu sagen oder eine:n Rollstuhlfahrer:in ohne Rücksprache anzuschieben, das bleibt ein Übergriff in den persönlichen Raum des Menschen. Tut das nicht! Es ist nicht doof, helfen zu wollen, aber fragt doch bitte zuerst, ob Eure Hilfe überhaupt gewünscht ist. Ein Rollifahrer ist kein Hot Wheels Auto, das man einfach mal so durch die Gegend rollt!

Insgesamt hat mir der Nachmittag mit dem kleinen Werwolf einen anderen Blick für Baustellen in unserer Gesellschaft und in unserer Umwelt beschert. Mein Fazit ist: Habt Mitgefühl und offene Augen für die Lebensrealitäten anderer Menschen. Aber spart Euch Mitleid. Setzt Euch mit Schwierigkeiten auseinander, hört zu, tauscht Euch aus, bleibt interessiert und helft vor allem mit, dass unsere Gesellschaft an einem Punkt ankommt, an dem Barrierefreiheit (auch in unseren Köpfen) die Norm und nicht die Ausnahme ist.

Abschließend bedanke ich mich noch einmal herzlich bei dem kleinen Werwolf für die Einblicke in sein Leben und auch für den Tipp, einen Hinweis auf meiner Homepage einzubauen, dass mein berufliches Angebot selbstverständlich auch Menschen mit Behinderungen offen steht. Das hatte ich bisher für mich nicht explizit bedacht oder separat darauf hingewiesen, aber im Zuge meiner ersten kleinen Schritte Barrieren abzubauen, wird dazu auch ein Text auf meiner Homepage platziert. Und wenn es nur dazu führt, dass Menschen lesen können „ihr seid herzlich willkommen und werdet nicht ausgeschlossen“.

Doppelsessions und der Wert von Sexworkern

Es scheint mir an der Zeit mal wieder einen Blogbeitrag zu schreiben.

Dieses mal geht es im weitesten Sinne um Doppelsessions und direkt um den Wert, der einzelnen Sexworkern so zugebilligt wird.

Eigentlich ist der Begriff „Doppelsession“ etwas irreführend, da mindestens drei Personen beteiligt sind, aber wir arbeiten jetzt mal damit.

Was ist denn eine Doppelsession? Nun, ein Gast (oder bei Paarsessions auch zwei) wird von zwei Sexworkern verarztet. Soweit vermutlich logisch.

Dabei gibt es unterschiedliche Konstellationen. Ich zb. arbeite sowohl mit weiblichen, passiven Kolleginnen in Sessions in denen ein aktiver Anfänger noch zusätzlich Rat und Tat von einer Domina möchte zusammen, als auch mit einem männlichen Kollegen als Domina&Dominus oder zb. für forced-bi Sessions, Sessions für passive Paare usw.
Ich habe auch schon mit anderen Dominas zusammen gearbeitet. Das macht Spaß und ist für den Gast sehr aufregend, weil man sich so schön die „Bälle zuwerfen“ kann.

Jetzt kommt das große „aber“:

Immer wieder, wie zum Beispiel heute, bekomme ich bei männlichen Kollegen oder passiven Kolleginnen die Aussage zu hören „Für Dich ist der Tribut ja ok, aber wieso so viel für den Kerl/die Sklavin?“. Da geht mir sehr unschön die Hutschnur hoch!

Erst einmal: Wer mit mir zusammen arbeitet ist angemeldet und muss genauso wie ich Miete, Steuern, Versicherungen, heiße Klamotten die den Gast anmachen usw bezahlen.

Wir bezahlen im Rahmen der Miete die wir in einem Studio für eine Session mit Euch abgeben (das können je nach Studio und Konstellation zw. 30-50% des Tributes sein), die Nutzung der Räumlichkeiten und der Spielgeräte/Spielzeuge, das Wasser, die Cola oder den Kaffee den ihr beim Vorgespräch selbstverständlich serviert bekommt, das Duschgel und das Waschen der Handtücher und Bademäntel, die ihr benutzt, die Kondome, Gleitmittel, Desinfektionsmittel, Handschuhe usw.

Dazu kommt je nach Lage des Studios Vergnügunssteuer, Steuervorauszahlung wenn man in manchen Regionen am Düsseldorfer Modell teilnimmt, Fahrtkosten wenn wir nur für Euch ins Studio fahren, weil ihr nur an unserem freien Tag Zeit habt und einiges mehr.

Abgesehen davon, dass wir dieselben oder ähnliche Ausgaben haben, ist ein männlicher Sexworker oder eine passive Sexworkerin sein oder ihr Geld ganz genauso wert! Im Grunde müssen passive Sexworker noch mehr als aktive verdienen, da sie ein deutlich höheres (Verletzungs-)Risiko haben, als wir Aktiven. Noch dazu bieten einige Passive auch OV oder GV als extra an, was wir Dominas nicht machen, zum Abschluss einer Session aber gerne gewünscht wird.

Denkt also bitte bevor ihr eine Doppelsession anfragt, dass das Buchen einer zweiten Person (egal ob männlich, enby oder weiblich, aktiv oder passiv, cis oder trans) mindestens genauso viel kosten wird und ihre Dienstleistung definitiv genauso viel wert ist wie meine. Wer sich mir gegenüber abwertend über meine Kolleg*innen äußert, muss sich ein anderes Studio und eine andere Domina suchen.

Erste Kontaktaufnahme mit einer Domina/einem Dominus via Telefon

Eigentlich müsste man vermuten, dass ein gewisses Maß an höflichem Umgang oder Verstand bei den meisten erwachsenen Menschen vorhanden ist…

Hey! Hört auf zu lachen da hinten!

Manchmal lassen mich aber meine E-Mails, Telefongespräche und WhatsApp Nachrichten ein bisschen daran zweifeln. Da ich nicht daran glauben möchte, dass hierzulande ein Heer an dämlichen Menschen unbeaufsichtigt durch die Straßen zieht, gehe ich einfach mal von der Arbeitshypothese aus, dass viele Menschen einfach nervös bei der ersten Kontaktaufnahme sind. Deswegen hier mal in paar Tips zur ersten Kontaktaufnahme mit einer Domina/einem Dominus.

**Anmerkung: Unterschiedliche Menschen haben unterschiedliche Ansprüche. Sicher möchten manche Sexworker im Studio es anders haben und vermutlich stimmen auch Sexarbeitende aus anderen Sparten diesen Tips zu. Das sind meine persönlichen Gedanken dazu und sicher nicht allgemeingültig .**

Beginnen wir mit der telefonischen Kontaktaufnahme:

Anrufe mit unterdrückter Nummer führen in den allermeisten Fällen bei mir oder im Studio dazu, dass es gar nicht erst zu einem Gespräch kommt. Auch nicht, wenn ihr 20 mal anruft. Zum einen nehmt ihr uns die Möglichkeit zurück zu rufen, wenn wir aus einer Session, vom Einkauf oder unter der Dusche raus kommen und der Anruf auf dem Display angezeigt wird, zum anderen ist es schlicht unhöflich. Ihr kennt unsere Nummer, wisst oft wo wir arbeiten und wie wir aussehen, shiny pictures im Interwebs sei Dank. Unter diesen Umständen bin ich dann doch für etwas mehr „quid pro quo“.

Haben wir die Telefonnummer-Hürde erfolgreich gemeistert, kommt es zum Gespräch. Ein guter Anfang ist eine höfliche Begrüßung mit Namensnennung und dem Grund des Anrufes. Ob der Name den ihr angebt erfunden ist, ist uns ziemlich egal. Aber irgendwie möchten wir Euch ja auch ansprechen können.

Das könnte dann so klingen:

„Guten Tag, ich bin der Herbert und möchte einen Termin für eine Session vereinbaren“.

Auch ok: „Hallo, mein Name ist Anna, ich würde gerne wissen ob sie auch Langzeiterziehung mit Paaren machen“ oder

„Guten Abend, Stefan hier, ich habe ihre Anzeige auf [hier Homepage oder Portal einfügen] gesehen und würde sie gerne in (Stadt/Studio) besuchen“

Also – Höfliche Begrüßung, sagt worum es geht, fragt im Verlauf des Gesprächs ruhig was es kosten wird (wir nehmen Geld für Dienstleistungen, es ist nicht doof danach zu fragen sondern realistisch. Als ersten Satz „was kostet..? raus zu hauen, ist allerdings auch extrem unhöflich!).

Was ihr vermeiden solltet: „Was machen Sie denn alles?“

Wenn ich anfange aufzuzählen was ich „alles mache“, sind wir morgen noch am Telefon. Abgesehen davon, dass vieles was ich anbiete vermutlich gar nicht in euer jeweiliges Interessengebiet fällt. Wenn ihr Fußfetischist und Rohrstock-Junkie seid, bedeutet das ja nicht, dass ihr auch NS, TV-Erziehung oder cuttings mögt oder bei mir sucht.

Besser ist es kurz und knapp zu umreißen was ihr wollt, dann kann ich euch direkt sagen, ob ich das anbiete und mit euch machen will oder nicht.

Wenn ihr noch nie in einem Studio oder bei einer Domina/einem Dominus wart, oder wenig Erfahrung im bdsm-Bereich habt ist es völlig verständlich, dass ihr u.U. noch nicht genau wisst was ihr eigentlich wollt. Sagt das bitte direkt! Ich gehe selbstverständlich anders an einen jungfräulichen Hintern ran, als den Betonarsch eines erfahrenen Flagellanten. Die Aussage „Mal so richtig hart mit dem Rohrstock!“ relativiert sich sehr schnell, wenn sie von einem Anfänger kommt 😉

Manche Anfänger haben 1001 Idee zum ausprobieren im Kopf, andere wissen nicht wo sie anfangen sollen. Sucht euch vorab 2,3 Dinge die euch am meisten interessieren aus und sagt sie mir. Damit kann ich arbeiten. Wem das zu schwer fällt, der sagt mir zumindest seine absoluten Tabus, dann baue ich eine Session drum rum. Bedenkt, dass wir noch ein Vorgespräch vor der Session im Studio haben werden. Gerade für Anfänger nehme ich mir dafür natürlich noch etwas mehr Zeit. Was für mich nach 22 Jahren aktivem bdsm Ausleben eine Kleinigkeit ist, kann für euch ein Riesending sein. Ich weiss das und nehme darauf Rücksicht.

Holt euch keine kostenfreie Wichsphantasie. Ja, ganz genau. Ich merke womit ich es zu tun habe, wenn ihr am Telefon jedes Detail von mir ausgemalt bekommen wollt.

Is‘ nicht. Wir halten das Gespräch kurz, konzentrieren uns auf das Wesentliche und dann wird ein Termin gemacht. Ich bin weder eure beste Freundin zum schnacken, noch kann man sich bei mir Material zur Selbstbefriedigung holen. Es ist okay sich vorab kurz zu informieren ob ich bestimmte Szenarien umsetzen kann. En detail werde ich sowas aber nicht ausführen, nur damit ihr einhändig telefonieren könnt. Punkt.

Haben wir alles geklärt und einen Termin ausgemacht, gibt es noch eine wichtige Sache: sagt rechtzeitig ab wenn ihr verhindert seid. Das kann passieren. Unfall, Wasserrohrbruch, Krankheit, spontane Geldknappheit weil eine unerwartete Rechnung reinflattert – ist uns allen schon passiert. Sobald das eintritt, sagt kurz Bescheid. Es geht mich nichts an warum ihr absagt, aber sagt ab. Dann kann ich den Termin weiter vergeben und sitze mir nicht vergebens den Hintern platt während ich auf euch warte.

Persönliche Anmerkung zum Schluss:

Ich arbeite zur Zeit in zwei Studios. Einmal in einem Studio in Köln, wo ich Sessions nur auf Termin anbiete und dafür 1.5h anreise, und einmal in Hamburg, wo ich ohnehin zu festen Zeiten im Studio bin. In Köln mache ich grundsätzlich keine Ersttermine mehr ohne Anzahlung in Form eines Amazon (E-Mail) Gutscheines von 50€. Nachdem ich mehrfach vergebens auf meine Termine gewartet habe, behalte ich mir vor diese Anzahlung als Aufwandsentschädigung zu deklarieren.

Wenn ihr nicht zum Termin kommt, ist das euer Verlust, nicht meiner.

Psychische Störung und Besuch im SM-Studio

Erstmal vorneweg: das ist meine persönliche Meinung und kein how to im Umgang mit psychischen Störungen im Kontext von Besuchen im SM-Studio!

Heute hatte ich einen der schwierigeren Anrufe in meinem Beruf.

Ein junger Mann ruft mich an und möchte einen Termin. Soweit so gut. Er erzählt mir direkt, dass er in Betreuung ist und eine Probleme mit einer Persönlichkeitsstörung hat. Das an sich ist ja kein Makel, aber:
Ich bin nicht psychologisch ausgebildet.
Meine Erfahrungen mit unterschiedlichen psychischen Störungen und Erkrankungen beschränken sich allenfalls auf mein privates Umfeld. Ich kann nicht einschätzen wie ausgeprägt sich eine solche Störung bei einer Session bemerkbar macht.

Ich kann ggfs eine Re-Traumatisierung nicht ausschließen und bin möglicherweise nicht in der Lage einen Zusammenbruch richtig aufzufangen.

Obwohl wir Sexworker in allen Branchenzweigen auch Kummerkastentante, Ratgeber und Schulter zum ausheulen sind, ich zumindest bin nicht in der Lage adäquate psychologische Hilfestellung bei tatsächlichen Krankheitsbildern zu leisten.

Deswegen kann ich nicht guten Gewissens so einen Termin ausmachen und durchziehen. Deswegen muss ich ablehnen. Egal was ich verdienen würde, das ist es nicht wert. Das könnte nicht nur meinen Gast, sondern auch mich gefährden.

Es gibt psychologisch ausgebildete Sexarbeiter/innen, auch Dominas. Wenn ihr wisst, dass ihr eine psychische Erkrankung oder Störung habt und gerne ins Studio gehen wollt, wendet Euch in Eurem und dem Interesse der Domina bitte an jemanden mit einer entsprechenden Ausbildung!

Ich wiederhole das noch einmal: eine psychische Erkrankung oder Störung ist KEIN Makel! Es macht Euch keineswegs zu weniger wertvollen Menschen und auch nicht zu Menschen, die grundsätzlich nicht einschätzen können was sie wollen, brauchen, können!

Bedenkt aber bitte, dass wir Sexworker niemandem schaden wollen und unsere Gäste zufrieden wieder entlassen möchten. Wir sind auch Menschen. Wenn wir etwas nicht leisten können oder uns zutrauen, dann geht das nicht gegen Euch und bedeutet nicht, dass ihr „falsch“ seid!

Ich traue mir einiges zu, aber ich wäre völlig falsch in meinem Beruf, wenn ich nicht wüsste wo meine Grenzen liegen und die auch äußern kann. Gerade im bdsm-Bereich haben wir so schon mit der ganzen Klaviatur von Emotionen zu tun. Wenn ich nicht absehen kann was für Reaktionen oder Schwierigkeiten für meinen Gast und in Folge auch für mich entstehen können, kann ich einfach nicht anders als einen Termin ablehnen.

Was macht denn eine Domina?

Eine ausgezeichnete Frage! Wir sind und arbeiten nicht alle gleich. Es gibt berührbare Dominas, die sich auch mehr oder weniger intensiv anfassen lassen. Es gibt unberührbare Dominas, die absolut keinen nahen Körper- oder gar Hautkontakt wünschen. Es gibt Bizarrladies, die zwar aktiv und dominant agieren, bei Lust und Laune aber auch Sex in unterschiedlicher Form haben und es gibt 1000 Abstufungen dazwischen. Neben der Berührbarkeit unterscheiden wir uns in Stil, Arbeitsweise, besonderen Kenntnissen und persönlichen Neigungen. Ich bin zb Sadistin und hinterlasse gerne Spuren wenn das für meinen Gast ok ist. Ich liebe es zu ohrfeigen, zu treten, zu spucken und mit Rohrstock, Peitsche oder Messern zu hantieren. Dafür mache ich nichts mit KV oder römischer Dusche und nur selten Klinikspiele. Manche Damen lieben Strom, andere age play und Windelspiele, wiederum andere nutzen erotische Hypnose. Es gibt nicht „Die Domina“ oder „Den Dominus“, aber es gibt mit Sicherheit den oder die Richtige für Dich! Denkt daran, dass wir Menschen sind mit denen man reden kann. Wir versuchen auf Eure Wünsche einzugehen und die bestmögliche, erfüllende Session für und mit Euch zu gestalten. Das kann auch ruhige und schmerzlose Sessions oder völlig bizarre Szenarien beinhalten. Nur eines mögen wir alle nicht: verschwendet nicht unsere Zeit! Macht keine Termine, die ihr nicht wahrnehmen könnt oder wollt. Wir stricken Euch nicht gerne kostenfrei Wunschszenarien, blockieren Termine in unseren Kalendern,bereiten u.U. bestimmte Kleidung und Equipment vor um dann vergebens auf Euch zu warten. Behaltet das im Hinterkopf, wenn ihr darüber nachdenkt eine Domina/einen Dominus zu besuchen.