Feedback

Feedback, und warum es für Sexarbeitende so wichtig ist

Rückmeldungen, Lob und Kritik – für viele Menschen ist das essentiell, um die eigene Arbeit zu verbessern, Ansprüchen anzupassen, die Zielgruppe des Angebots abzuholen. Sexarbeitende sind davon nicht ausgenommen. Neben dem Umstand, dass positive Rückmeldungen, Lob oder gar Empfehlungen auch einen nicht zu unterschätzenden Werbeeffekt haben, freuen wir uns darüber, wenn unsere Dienstleistung gut angekommen ist.

Wünsche erfüllt – Ziel erreicht!

Ich persönlich freue mich am meisten über Aussagen wie die folgende:

„Ich habe das bekommen, was ich wollte, und es war so toll wie ich es mir vorgestellt habe!“

Da ich mir für die Anbahnung einer Session, die Aufklärung und das Abklopfen von Vorstellungen und Wünschen sowie die Vorbereitung gerne Zeit nehme, möchte ich mal behaupten, dass ich eine recht gute Vorstellung davon habe, was sich mein Gegenüber von mir erhofft, wenn wir dann zusammen im Playroom sind. Nichtsdestotrotz habe auch ich meine Unsicherheiten, frage mich, ob ich denn alles umsetzen konnte, was gewünscht wurde und wie es für die Gäste war. Hier kommt das Feedback ins Spiel. Manchmal ist es kurz und knackig, wie diese Nachricht:

„War echt mega geil! War noch ganz aufgewühlt. Musste hier auch noch runter kommen. Bin noch ein bisschen um die Häuser und spazieren gegangen, nach dem Duschen. Und nochmals danke. War wirklich der Hammer!“

Sie stammt von einem meiner Lieblings-Gäste, der vor einem knappen Jahr das erste Mal bei mir war und danach einen kurzen Erfahrungsbericht in einem Forum über mich geschrieben hatte, den ich auch hier in meinem Blog veröffentlichen durfte: Erfahrungsbericht „S.“

Mittlerweile hatten wir schon einige sehr erfreuliche Sessions miteinander. Die Kommunikation läuft bei uns eher auf Augenhöhe und via einen Messenger ab.

Manchmal kommen Rückmeldungen per E-Mail und sind etwas ausführlicher, wie dieses Feedback einer Person, die kürzlich zum ersten Mal bei mir war:

„Guten Abend Madame Simone,

Ich wollte mich mal zurück melden. Mir hat die Session sehr gut gefallen und hat mich genau in das Stadium gebracht, in welches ich wollte, vielen Dank dafür.

Ich habe mich wunderbar aufgehoben gefühlt und die leichten Witze haben mir echt gut gefallen.

Heute habe ich ein bisschen diesen Nebel im Kopf (das kriege ich manchmal nach Sessions), aber das sollte sich bis Morgen gelegt haben.

Die verschiedenen Schlagwerkzeuge waren fantastisch und vor allem das mit den Füßen würde ich gerne vertiefen beim nächsten Mal.

Das leichte Kratzen war auch genau mein Geschmack, sowie das Kopf streicheln während der Atemkontrolle.

Ich konnte mich einfach komplett fallen lassen und das war ein wunderbares Gefühl.

Freundliche Grüße, […]“

Lobeslied oder konstruktive Kritik?

Bisweilen bekomme ich auch ganz zeitnah und mündlich Rückmeldungen während eines sogenannten Nachgesprächs. Es sind nicht immer Lobeslieder, manchmal bekomme ich auch gesagt, dass man dieses oder jenes vielleicht noch länger, ausführlicher, härter oder schlicht anders hätte machen können, meist ist es jedoch begleitet von einem „… beim nächsten Mal machen wir das dann soundso“ Das zeigt mir doch schon recht deutlich, dass das was ich tue nicht ganz so daneben liegt. Ich freue mich übrigens auch immer über konstruktive Kritik, denn wenn Raum und Spielmöbel zum Beispiel zu kalt sind, die Handtücher übermäßig parfümiert, die Handfesseln zu ausgeleiert, die Ketten scharfkantig – das bekomme ich manchmal als aktiver Part gar nicht so direkt mit. Auch wenn ich zu wenig oder zu viel für den Geschmack des Gastes gesprochen habe, zu hart oder nicht hart genug geschlagen, zu viel oder zu wenig Zuwendung gezeigt habe – dann ist es mir wichtig, dass mir das gesagt wird, denn ich kann es mir dann für eine etwaige nächste Session mit der Person auch notieren und anpassen.

Feedback in Richtung „Nä, das war alles total doof! Zu Dir komme ich nie wieder!“ habe ich bisher (glücklicherweise) noch nicht bekommen. Aber durchaus schon welches, in dem man mir mitgeteilt hat, dass das was wir zusammen gemacht haben, vermutlich doch nichts für die Person ist. Das finde ich auch ganz wichtig, denn gerade wenn es sich um Personen handelt, die zum ersten Mal in einem Studio oder bei einer Domina sind, oder die überhaupt zum ersten Mal in den Bereich des BDSM hinein schnuppern, kann es schon mal vorkommen, dass die Umsetzung nicht halb so toll ist, wie das, was man sich in der Phantasie schon ausgemalt hat.

Langer Rede, kurzer Sinn: Feedback ist wichtig!

Wir lernen davon, können unser Angebot und unsere Herangehensweise optimieren und erweitern, und es tut uns einfach auch total gut, wenn wir Menschen glücklich und zufrieden machen konnten und uns das auch mitgeteilt wird!

Aus diesem Grund habe ich nun auch endlich ein Gästebuch auf meiner Homepage eingerichtet, damit ihr mir direkt (Session-)Feedback, konstruktive Kritik oder auch einfach mal einen netten Gruß da lassen könnt.

Und für diejenigen, die noch überlegen, ob sie mal einen Termin mit mir buchen möchten, gibt es jetzt neuerdings auch einen Sessionfragebogen. Der hilft mir bei der Vorbereitung auf die Session und die Person, mit der ich mich auseinandersetzen werde, und ich erhoffe mir davon, dass er mich dabei unterstützt, tolle Sessions zu gestalten, die dann wiederum zu konstruktivem Feedback führen!

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